Eine Dreißigjährige setzt sich in den Behandlungsstuhl und sagt etwas entschuldigend: „Ich weiß, es ist zu früh, aber…". Es ist nicht zu früh. Das ist einer der häufigsten Sätze, die ich in der Praxis höre — und fast immer stimmt er nicht.
Die Haut beginnt zu altern ab dem 25. Geburtstag. Nicht mit vierzig, nicht nach den Wechseljahren. Mit fünfundzwanzig. Und etwa alle zehn Jahre ändern sich ihre Bedürfnisse — und mit ihnen das, was in der Praxis sinnvoll ist.
Was darunter passiert, bevor man etwas sieht
Bei den einen zeigen sich die Zeichen der Hautalterung früher, bei den anderen später. Aber tief in der Haut läuft bei allen dasselbe ab.
Allmählich sinkt die Produktion von Kollagen und Elastin. Die Haut verliert an Festigkeit, es entstehen Falten. Dazu kommt, dass sich Zellteilung und Zellwachstum verlangsamen — die Haut regeneriert sich also immer schlechter.
Lange Zeit gibt es keinerlei beunruhigende Anzeichen. Und dann treten sie lawinenartig auf. Genau deshalb lohnt es sich, im richtigen Moment einzugreifen.
Und wenn Sie diesen Moment verpassen? Nichts Schlimmes. Dann muss man einfach zu stärkeren Mitteln greifen.
Eine Einschränkung vorweg: die folgende Einteilung nach Lebensjahrzehnten ist eine Vereinfachung. Sie ersetzt nicht die Beratung durch einen Arzt für ästhetische Medizin, die vor jeder Behandlung das Wichtigste ist.
Ab 30 — die Haut verzeiht noch
In dieser Phase bemerken wir meist die ersten sichtbaren Veränderungen. Müdigkeit zeichnet sich immer deutlicher im Gesicht ab.
Stress, ein Leben in Eile, zu wenig Schlaf. Die Haut regeneriert sich langsamer, wird matt und trocken. Es können die ersten Mimikfalten auftreten.
Und vorerst ist das das einzige Problem — eines, das sich leicht lösen lässt.
Feuchtigkeit spenden, nicht reparieren
In diesem Alter genügt es, die Haut gut mit Feuchtigkeit zu versorgen, um feine Linien loszuwerden.
Die Nadelmesotherapie löst das Problem der ersten Fältchen schnell. Ähnlich wirkt das Microneedling, also die Mikronadel-Mesotherapie: Mit einer Serie von Einstichen werden passend ausgewählte Cocktails auf Basis von Hyaluronsäure, Vitaminen und Aminosäuren in die tieferen Hautschichten eingebracht. Sie spenden Feuchtigkeit, regenerieren und nähren.
Tut das weh? Nicht mehr als ein Mückenstich. Nach der Behandlung kann eine leichte Schwellung auftreten, die in der Regel innerhalb weniger Stunden verschwindet.
Die besten Ergebnisse bringt eine Serie von 2–6 Behandlungen im Abstand von 1–4 Wochen. Die Haut hat danach einen gesunden Teint und sieht frisch aus. Kurz gesagt — jünger.
Wenn Sie Nadeln nicht ausstehen können
Dann bleiben chemische Peelings. Ich empfehle unter anderem die Behandlung mit Retinol und Vitamin C — eine umfassende Anti-Aging-Therapie.
Retinol stimuliert die tieferen Hautschichten stark: Es regt die Fibroblasten zu einer erhöhten Produktion von Kollagen und Elastin an. Vitamin C und Antioxidantien erledigen den Rest. Das Ergebnis ist eine verjüngte, mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgte Haut. Die Behandlung ist für Haut mit Unreinheiten und Alterungserscheinungen gedacht.
Es gibt auch GeneO — eine Behandlung, die gleichzeitig die Haut mit Sauerstoff versorgt, abgestorbene Hautzellen abträgt und die Aufnahme revitalisierender Wirkstoffe erleichtert.
Sie erinnert ein wenig an eine Massage mit einem speziellen Handstück. Auf das Gesicht wird ein verjüngendes oder ein aufhellend-nährendes Gel aufgetragen, das sich mit einer Kapsel auf Basis von Natriumhydrogencarbonat und Zitronensäure verbindet. Es kommt zu einer chemischen Reaktion, dem sogenannten Bohr-Effekt — es entstehen Kohlendioxidbläschen, die auf der Hautoberfläche zerplatzen und ihr Sauerstoff zuführen. Die Mikrogranulate aus der Kapsel tragen sofort die Hornschicht der Oberhaut ab und entfernen angesammelte Verunreinigungen.
Die gereinigte und mit Sauerstoff versorgte Haut nimmt die Wirkstoffe aus dem Gel blitzschnell auf, unter anderem Azelainsäure, Kojisäure und Hyaluronsäure. Das Gesicht sieht sofort frisch aus, und die Ergebnisse halten etwa 3 Monate an.
Wenn Sie schwanger sind oder stillen, führen wir kein Peeling mit Retinol durch — Retinoide werden in dieser Zeit nicht angewendet, auch nicht örtlich. Das heißt nicht, dass Sie ohne Optionen bleiben: Ein Teil der feuchtigkeitsspendenden Behandlungen und ein Peeling mit sehr milden Säuren lassen sich auch dann einplanen. Sagen Sie in der Beratung Bescheid, dass Sie schwanger sind, bevor wir mit der Auswahl der Kur beginnen.
Botox mit dreißig — kein Grund zur Panik
Bei den ersten Mimikfalten setze ich die wirksamste Verjüngungsbehandlung ein: die Injektion von Botulinumtoxin.
Junge Frauen verbinden Botox mit einem unbeweglichen, ausdruckslosen Gesicht. Ich beruhige: Eine kleine Menge Toxin, geschickt gesetzt, ist völlig unsichtbar. Das Einzige, was sie blockiert, ist die Entstehung und Verfestigung der ersten Falten.
Ich schlage diese Behandlung Frauen mit sehr lebhafter Mimik vor, bei denen die Muskeln stark arbeiten. Botox bremst die übermäßige Mimik und verzögert die Entstehung von Falten um Augen und Mund sowie auf der Stirn.
Wie läuft das ab? Nach einer örtlichen Betäubung bringe ich das Präparat mit einer Nadel in die Muskeln direkt unter der Haut ein. Tut es weh? Praktisch nicht. An den Einstichstellen kann eine kurzzeitige Schwellung entstehen, sehr selten ein Bluterguss, der innerhalb weniger Tage verschwindet.
Zu Ihren normalen Aktivitäten kehren Sie sofort zurück. Verzichten Sie 24 Stunden lang auf körperliche Anstrengung und zwei Wochen lang auf Sauna, Solarium und das Erwärmen der behandelten Stelle.
Neue neuromuskuläre Endigungen bilden sich innerhalb von 3 bis 6 Monaten — dann lässt die Wirkung des Botox allmählich nach. Bei Mimikfalten hält der Effekt in der Regel 3–4 Monate, die Behandlung wird also mehrmals im Jahr wiederholt und nicht einmal jährlich.
Botulinumtoxin ist nicht für jeden geeignet. Wir verabreichen es nicht in der Schwangerschaft und in der Stillzeit, nicht bei neuromuskulären Erkrankungen (zum Beispiel Myasthenie) und nicht bei einer Allergie gegen Bestandteile des Präparats — deshalb frage ich in der Beratung nach Medikamenten und chronischen Erkrankungen. Die häufigste Nebenwirkung ist ein vorübergehendes Herabhängen des Lides oder der Augenbraue; es vergeht von selbst, wenn das Präparat nachlässt.
Was Sie ab dreißig zu Hause tun sollten
Am wichtigsten ist der Schutz vor Sonnenstrahlung und freien Radikalen. Cremes mit Antioxidantien — Vitamin C, Vitamin E, Ferulasäure, Granatapfelextrakt. Die Tagescreme unbedingt mit Lichtschutzfilter, mindestens SPF 30.
Ab 40 — wenn aus dem V ein W wird
Die vierzig gelten als Wendepunkt, doch die Haut kommt noch ganz gut zurecht. Die Produktion von Kollagen und Elastin sinkt, aber bei entsprechender bisheriger Pflege sieht man das im Gesicht noch nicht.
Schlechter sieht es aus, wenn sich niemand rechtzeitig um die Vorbeugung gekümmert hat. Dann sieht man ab 40 meist, dass sich die Nasolabialfalten vertieft haben, die Wangen an Volumen verloren haben und die Augen- und Mundwinkel abzusinken beginnen.
Das Tempo der Veränderungen hängt von Lebensweise, Ernährung, Genen, Hormonschwankungen, Pflege und Umwelt ab. Aber früher oder später wird die Haut bei jedem schlaff — und die Gesichtsform, die an den Buchstaben V erinnerte, wird allmählich zu einem W.
Die gute Nachricht: Das ist kein unumkehrbarer Prozess.
Zuerst die eigene Regeneration wecken
Das ist ein guter Moment, um die natürlichen Reparaturprozesse anzukurbeln, die in diesem Alter deutlich nachlassen. Deshalb empfehle ich Vierzigjährigen am häufigsten die Mesotherapie mit plättchenreichem Plasma — das sogenannte Vampirlifting.
Die Behandlung beginnt mit einer Blutentnahme aus der Vene in der Ellenbeuge. Die Röhrchen kommen in eine Zentrifuge, die die Erythrozyten und Leukozyten vom Plasma mit den Blutplättchen trennt oder Plasma mit Fibrin isoliert. Genau dieses Präparat wird in die Haut injiziert — mit sehr feinen Nadeln, punktuell wie bei der klassischen Mesotherapie oder linear entlang der Falten.
Auf das volle Ergebnis muss man warten, bis sich die Kollagenfasern, also das „Gerüst" der Haut, umgebaut haben. Das kann drei bis sechs Wochen dauern.
Warum funktioniert das? Die aus den Blutplättchen freigesetzten Wachstumsfaktoren steuern die Teilung und Vermehrung von Stammzellen. Diese wiederum regen das Gewebe zur Regeneration an und können sich selbst in neues, gesundes Gewebe umwandeln. In der Haut stimulieren sie die Bildung neuer Oberhautzellen, die Erneuerungsprozesse sowie die Entstehung neuer Kollagenfasern und Blutgefäße.
Ohne Risiko einer Reaktion auf ein körperfremdes Material — Plasma ist eines der natürlichsten Materialien, über die die ästhetische Medizin verfügt, denn es stammt aus Ihrem eigenen Blut. Wie bei jeder Behandlung mit einer Nadel muss man mit Rötung, Schwellung und kleinen Blutergüssen rechnen.
Danach die Gesichtskontur anheben
Behandlungen ab vierzig wirken zweigleisig: Sie korrigieren kurzfristig das, was sich bereits verändert hat, und schützen vorbeugend vor weiteren Veränderungen. Am häufigsten greife ich zu zweien.
Fraktionierte Mikronadel-Radiofrequenz
Ein spezielles Handstück durchsticht die Haut gleichzeitig mit sehr feinen Nadeln und gibt Radiowellen ab, die das Gewebe rund um die Nadeln erwärmen. Solche kontrollierten Überwärmungen regen die Haut zur Erneuerung und zur Kollagenproduktion an.
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung und dauert etwa 30 Minuten. Direkt danach kann die Haut gerötet sein — meist normalisiert sie sich nach einigen Stunden.
Die Regeneration braucht Zeit, deshalb sind die Ergebnisse nach 4–6 Wochen am besten sichtbar, das Endergebnis der Serie nach etwa 3 Monaten. Ich empfehle eine Serie von 3–4 Behandlungen im Abstand von 2–4 Wochen. Das genügt, um die Gesichtskontur anzuheben — die Verbesserung ist sogar ein Jahr lang sichtbar.
Infrarot-Thermolifting
Eine Behandlung mit einem Handstück, das Infrarotstrahlung mit einer speziellen Wellenlänge abgibt. Die Erwärmung der Kollagenfasern führt zu deren sofortiger Kontraktion, also zu einer besseren Hautspannung und einer angehobenen Gesichtskontur — das sieht man unmittelbar nach der Behandlung.
Aber das ist noch nicht alles. Die kontrollierte Erwärmung setzt auch den Umbau des Hautgerüsts und die Bildung neuer Kollagenfasern in Gang, also die Neokollagenese. Sie dauert 1 bis 6 Monate und sorgt für natürliche Ergebnisse über Jahre hinweg.
Damit die Verbesserung der Gesichtskontur sichtbar und dauerhaft ist, führt man die Behandlung am besten in einer Serie von 3–6 Wiederholungen.
Was Sie ab vierzig zu Hause tun sollten
Am wichtigsten wird jetzt die Kommunikation zwischen den Zellen. Die Hauptrolle spielen die Fibroblasten — die Zellen, die Kollagenfasern produzieren. Wenn sie gut arbeiten, ist die Haut dicht und straff. Mit dem Alter lässt ihre Leistungsfähigkeit nach, doch man kann sie anregen.
So wirken Kosmetika mit Peptiden. Diese kurzen Eiweißmoleküle können die Glykation verlangsamen, bildhaft auch Karamellisierung genannt: Zuckermoleküle heften sich an die Kollagenfasern und kristallisieren, wodurch die bis dahin elastischen Fasern steif und brüchig werden. Dem vorzubeugen ist jetzt das Hauptziel der täglichen Pflege.
Ab 60 — es ist nie zu spät
In dieser Zeit sinkt der Östrogenspiegel rapide. Die Östrogene stimulieren die Rezeptoren auf den Zellen, und diese senden ein Regenerationssignal in die Tiefe der Haut. Hält ein niedriger Hormonspiegel lange an, beginnen die Rezeptoren zu schwinden.
Gleichzeitig verlangsamen sich Teilung und Wachstum der Hautzellen. Dieser Mechanismus hat seinen Sinn — er schützt vor einer zu schnellen Teilung geschädigter Zellen und damit vor der Entstehung von Krebs. Aber er hat auch eine Nebenwirkung: Die Haut wird dünner, verliert an Festigkeit und Elastizität, und die Falten vertiefen sich.
Für Patientinnen ab 60 habe ich zwei Nachrichten.
Die gute: Für eine Behandlung der ästhetischen Medizin ist es nie zu spät.
Die etwas schlechtere: Sie muss jetzt invasiver sein, erfordert also oft eine Verletzung der Oberhaut.
Es gibt jedoch keinen Grund zur Angst. Moderne verjüngende Behandlungen haben nichts mit einem chirurgischen Lifting unter Vollnarkose zu tun. Keine von ihnen erfordert eine Rekonvaleszenz und keine hinterlässt Narben auf der Haut. Und die Ergebnisse können beeindruckend sein.
Die Falten sind tief — Zeit für den Laser
In diesem Alter sind die Falten bereits deutlich, deshalb erzielt man hervorragende Ergebnisse mit der Laser-Gesichtsverjüngung. Und die gute Nachricht: Eine Laserbehandlung bedeutet heute nicht mehr zwangsläufig mehrere Tage Urlaub oder einen Ausfall im Alltag.
In der Regel setzt man jedoch auf kombinierte Techniken. Eine einzige Behandlung — und sei sie noch so teuer — reicht nicht aus, denn Falten sind nicht das einzige Problem. Auch die Gesichtskontur verändert sich deutlich.
Drei Wege zur Gesichtskontur
Gesichtsvolumetrie mit der Technik der Hyaluronfäden
Es beginnt mit einer Betäubung — meist mit einer Creme, die auf die Haut aufgetragen wird; bei schmerzempfindlicheren Patientinnen gebe ich zusätzlich eine zahnärztliche Betäubung.
Eine Sache sollten Sie wissen, bevor Sie sich für irgendeinen Filler entscheiden. Sehr selten kann das Präparat in ein Blutgefäß gelangen und es verschließen — die Haut wird dann blass, schmerzt stärker, als sie sollte, und nach einigen Stunden zeigt sich eine bläuliche, marmorierte Zeichnung. Das ist ein dringender Fall: Hier zählen Stunden und nicht Tage. Deshalb führt ein Arzt die Behandlung durch, und für Hyaluronsäure gibt es ein Gegenmittel — Hyaluronidase, ein Enzym, das sie auflöst. Wenn Sie solche Anzeichen bemerken, rufen Sie sofort in der Klinik an.
Dann spritze ich mit speziellen Nadeln — sogenannten Mikrokanülen mit abgerundeten Enden, die unangenehme Empfindungen minimieren — ein Präparat mit Hyaluronsäure in Form linearer Fäden ein. Die Hyaluronsäure bindet Wassermoleküle und füllt die Bereiche auf, die an Festigkeit und Volumen verloren haben. Die Gesichtskontur hebt sich.
Die Ergebnisse halten sogar über ein Jahr an, wobei vieles von der Lebensweise abhängt.
PDO-Liftingfäden
Wie jeder medizinischen Prozedur geht ihr eine gründliche ärztliche Beratung voraus. Die Behandlung selbst ist einfach: Mit sehr dünnen Nadeln werden Fäden aus Polydioxanon in die Haut eingebracht — einer synthetischen Faser, die sich im Gewebe allmählich auflöst und dabei die Produktion von Kollagen und Fibroblasten sowie die Bildung neuer Blutgefäße anregt.
Die Haut ist dadurch straffer, fester, besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.
Es gibt viele Arten von Fäden. Die biorevitalisierenden sind außerordentlich dünn. Die liftenden haben Widerhaken, mit denen sich die Haut anheben und die Gesichtskontur sichtbar verbessern lässt. Die Haltbarkeit des Effekts wird realistisch auf etwa anderthalb Jahre geschätzt — Studien mit längerer Beobachtung gibt es schlicht nicht. Nach der Behandlung muss man mit einigen Tagen Schwellung rechnen, manchmal auch mit kleinen Einziehungen der Haut oder einem tastbaren Faden; das klingt in der Regel innerhalb einiger Wochen von selbst ab.
Calciumhydroxylapatit
Ein Filler von dichter, gelartiger Konsistenz auf Calciumbasis. In die aufzufüllenden Bereiche injiziert, stimuliert er die Entwicklung natürlicher Kollagenfasern und verbessert die Hautspannung — und damit auch die Gesichtskontur.
Das Präparat wird mit einer Mikronadel oder einer Mikrokanüle verabreicht. Einige Minuten vorher trage ich eine betäubende Creme auf, und in der Spritze befindet sich ein zusätzlicher betäubender Bestandteil. Die Behandlung ist daher schmerzfrei. Die Ergebnisse sind sofort sichtbar und halten im Durchschnitt 12 bis 18 Monate an.
Was Sie ab sechzig zu Hause tun sollten
Die Haut produziert selbst keine Aufbaustoffe mehr — man muss sie ergänzen. Die meisten Kosmetika für reife Haut enthalten Hyaluronsäure, die in die Haut eindringt und Feuchtigkeit bindet. Die wichtigsten Bestandteile von Cremes ab 70 sind jedoch Calcium sowie Öle und Butter, die reich an Lipiden, Ceramiden und ungesättigten Fettsäuren sind.
Alles in einer Tabelle
Was wir in unseren Kliniken anbieten — von den sanftesten bis zu den stärksten Methoden:
- Nadelmesotherapie — Ein Cocktail aus Hyaluronsäure, Vitaminen und Aminosäuren, direkt in die Haut eingebracht · Trockene, matte Haut, erste feine Linien · Serie von 2–6 Behandlungen im Abstand von 1–4 Wochen.
- Microneedling (Mikronadel-Mesotherapie) — Eine Serie von Einstichen bringt die Präparate in die tieferen Hautschichten · Wie oben — Alternative zur klassischen Mesotherapie · Serie von 2–6 Behandlungen im Abstand von 1–4 Wochen.
- Peeling mit Retinol und Vitamin C — Retinol regt die Fibroblasten zur Produktion von Kollagen und Elastin an · Haut mit Unreinheiten und Alterungserscheinungen; für alle, die Nadeln nicht ausstehen können · Allmählich, nach der Kur.
- GeneO — Trägt die Oberhaut ab, versorgt die Haut mit Sauerstoff (Bohr-Effekt), bringt Wirkstoffe ein · Graue, müde Haut, vor einem wichtigen Anlass · Sofort; hält ca. 3 Monate an.
- Botulinumtoxin (Botox) — Bremst die Arbeit der mimischen Muskeln · Mimikfalten — Stirn, Augen- und Mundpartie; sehr lebhafte Mimik · In der Regel alle 3–4 Monate wiederholen (so lange hält der Effekt an den mimischen Muskeln an).
- Mesotherapie mit plättchenreichem Plasma — Wachstumsfaktoren aus dem eigenen Blut regen Regeneration und Kollagenproduktion an · Geschwächte, aufbaubedürftige Haut; Menschen, die körperfremde Präparate meiden · Volles Ergebnis nach 3–6 Wochen.
- Fraktionierte Mikronadel-Radiofrequenz — Mikronadeln + Radiowelle; kontrollierte Überwärmung regt die Kollagenproduktion an · Absinkende Gesichtskontur, Verlust an Spannkraft · Sichtbar nach 4–6 Wochen, endgültig nach ca. 3 Monaten; Verbesserung sogar ein Jahr lang.
- Infrarot-Thermolifting — Infrarot lässt die Kollagenfasern kontrahieren und setzt die Neokollagenese in Gang · Schlaffheit, absinkende Gesichtskontur, ohne Rekonvaleszenzzeit · Straffung sofort; die Neokollagenese dauert 1–6 Monate; Serie von 3–6 Behandlungen.
- Laser-Gesichtsverjüngung — Kontrollierte Hauterneuerung mit dem Laserstrahl · Tiefe, deutliche Falten · Je nach Lasertyp und Intensität.
- Volumetrie mit Hyaluronfäden — Hyaluronsäure in Form linearer Fäden baut verlorenes Volumen wieder auf · Eingefallene Wangen, verwischte Gesichtskontur · Sofort; hält sogar über ein Jahr an.
- PDO-Fäden — Polydioxanon strafft die Haut und regt die Kollagenproduktion an · Absinkende Gesichtskontur — liftende Fäden; aufbaubedürftige Haut — biorevitalisierende Fäden · Gut ein Jahr; Studien mit längerer Beobachtung fehlen.
- Calciumhydroxylapatit — Füllt auf und stimuliert zugleich das körpereigene Kollagen · Verlorenes Volumen, geringe Hautspannung · Sofort; hält im Durchschnitt 12–18 Monate an.
- Polymilchsäure — Biostimulator — regt die Haut zur Produktion von körpereigenem Kollagen an · Haut, die eine stärkere Stimulation braucht · Allmählich, nach der Serie.
Das Geburtsdatum ist nicht alles
Bei der Wahl der Behandlung berücksichtige ich immer nicht nur das Alter, sondern vor allem das Aussehen und den Zustand der Haut — und die passen manchmal nicht zum Geburtsdatum. Einfluss haben Gene, Pflege, Lebensweise und der Hormonspiegel.
Theoretisch führe ich stärker wirkende Behandlungen — Polymilchsäure, Calciumhydroxylapatit, PDO-Fäden — erst bei Frauen ab 40 durch.
Aber einmal kam eine 37-Jährige mit der Haut einer 57-Jährigen zu mir. Ohne zu zögern griff ich zu einer davon. Es stellte sich heraus, dass bei ihr die Funktion der Eierstöcke vorzeitig erloschen war und sie schon mit dreißig in die Wechseljahre gekommen war. Sie erhielt keine Hormonersatztherapie, sodass die Haut blitzschnell zu altern begann und an Festigkeit verlor. Die stark wirkende Behandlung nahm ihr die 20 Jahre wieder ab, die ihr die vorzeitige Menopause hinzugefügt hatte.
Wie Sie für sich auswählen
Es gibt nicht die eine beste Behandlung. Es gibt aber eine recht einfache Logik:
- Die Haut wirkt müde, hält aber die Form? Beginnen Sie mit Feuchtigkeit und Biostimulation — Mesotherapie, Microneedling, Peeling, GeneO.
- Stören Sie bestimmte Mimikfalten? Das ist eine Aufgabe für Botulinumtoxin.
- Ist Ihre Gesichtskontur abgesunken? Dann kommen straffende und stimulierende Methoden infrage: Mikronadel-Radiofrequenz, Thermolifting, Fäden.
- Hat Ihr Gesicht an Volumen verloren? Dann muss es wieder aufgebaut werden — mit Volumetrie, Calciumhydroxylapatit oder Biostimulatoren.
Und das Wichtigste: Je früher Sie sich um Ihre Haut kümmern, desto weniger gibt es später zu reparieren. Aber selbst wenn Sie spät anfangen — Sie fangen im richtigen Moment an. Immer.
Was konkret bei Ihnen sinnvoll ist, entscheidet sich in der Beratung, nicht im Internet.
Womit fängt man in der Praxis an? Meist mit einer Beratung und zwei Säulen: Botulinumtoxin gegen Mimikfalten sowie Volumetrie dort, wo das Gesicht an Volumen verloren hat.
Diesen Artikel hat die Ärztin Aneta Bembenek verfasst — Fachärztin für Augenheilkunde und Ärztin für ästhetische Medizin, spezialisiert auf Korrektur- und Revitalisierungsbehandlungen der empfindlichsten Körperbereiche: des Gesichts einschließlich der Augenpartie, des Halses und des Dekolletés.
Quellen
- Botulinum toxin type A for facial wrinkles — Cochrane.
- Botulinum toxin therapy: Overview — AAD.
- A Systematic Review of the Efficacy of Microfocused Ultrasound for Facial Skin Tightening — PMC.
- Use of calcium hydroxylapatite (Radiesse) for facial augmentation — PubMed.
- Rejuvenating the periorbital area using platelet-rich plasma: a systematic review and meta-analysis — PubMed.